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Ernte 2022

Ernte 2022

2022 war wiederholt von Frühjahrs und Sommertrockenheit geprägt. Während die Ernteaussichten bei Getreide und Ölsaaten positiv sind, führte die Trockenheit beispielsweise bei Körnermais und Grünland zu herben Einbußen. Das geht aus Zahlen des Ernteberichts des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft hervor.

Wie in den Trockenjahren 2018 bis 2020 gab es auch 2022 in allen Monaten – abgesehen von Februar und April – zu wenig Niederschläge. Dies führte zu einer ausgeprägten Frühjahrs- und Sommertrockenheit. Deutschlandweit fehlen bis zum 20. August rund 40 Prozent der sonst im Sommer üblichen Niederschläge im Vergleich zur Referenzperiode 1991 bis 2020.

Gute Ernte bei Getreide erwartet

Wintergetreide profitierten vielerorts von den Niederschlägen im Winter 21/22. So konnten sie Hitze und Trockenheit im Frühsommer trotzen. Die Getreideernte (ohne Körnermais und Corn-Cob-Mix) 2022 in Deutschland wird nach vorläufigen Zahlen rund 39,7 Millionen Tonnen umfassen. Damit liegt die Erntemenge knapp 5 Prozent über der des Vorjahres und 1,5 Prozent über dem Mittel der Jahre 2016 bis 2021.

Der Hektarertrag liegt im Durchschnitt aller Getreidearten (ohne Körnermais und Corn-Cob-Mix) bei 70,2 Dezitonnen. Damit ist er sowohl im Vergleich zum Vorjahr als auch im Vergleich zum sechsjährigen Durchschnitt um rund 4 Prozent gestiegen. Die Hektarerträge der Bundesländer schwanken zwischen 51,5 Dezitonnen in Brandenburg und 86,9 Dezitonnen in Schleswig-Holstein.

2022 wurde Getreide (ohne Körnermais und Corn-Cob-Mix) in Deutschland auf rund 5,7 Millionen Hektar angebaut. Damit war die Anbaufläche 0,7 Prozent größer als im Vorjahr, jedoch 2,1 Prozent kleiner als im Mittel der Jahre 2016 bis 2021.

Winterweizen

Beim Winterweizen, der wichtigsten sowie ertragsreichsten Getreidekultur in Deutschland, liegt der durchschnittliche Hektarertrag bei 76,2 Dezitonnen. Die Anbaufläche ist im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,8 Prozent auf 2,89 Millionen Hektar gestiegen. Deutlich stärker ist die Erntemenge von Winterweizen gestiegen: Sie wird mit rund 22 Millionen Tonnen 4,6 Prozent höher sein als im Vorjahr. Hinter dem mehrjährigen Durchschnitt bleibt das Ergebnis jedoch um 0,8 Prozent zurück.

Herbe Einbußen bei Mais und Grünland

Die Trockenheit führte bei Körnermais und Grünland zu herben Einbußen bei der Ernte. Häufig bleibt keine andere Alternative als den Körnermais zu Silage zu verarbeiten, um überhaupt noch etwas zu retten. Der Hektarertrag von Körnermais (einschließlich Corn-Cob-Mix) liegt 2022 nach vorläufigen Zahlen bei 75,1 Dezitonnen. Damit ist er 27,5 Prozent niedriger als im Vorjahr sowie 21,2 Prozent niedriger als im Mittel der letzten sechs Jahre.

Beim Grünland fehlen mehrere Schnitte für das Winterfutter. Während der erste Grünlandschnitt noch zufriedenstellende bis gute Mengenerträge sowie Qualitäten brachte, sah es für den zweiten Schnitt schon anders aus: Abhängig von der örtlichen Niederschlagsentwicklung waren die Ergebnisse deutlich differenzierter. Teilweise war bereits kein zweiter Schnitt möglich.

Stand: 19.09.2022