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Tier

Rinderrassen vorgestellt: Fleischrassen

Rinderrassen vorgestellt : Fleischrassen

Bei Fleischrassen steht die Erzeugung von Fleisch im Vordergrund. Fleischbetonte Rassen haben eine stärkere Bemuskelung und bessere Fleischstruktur als milchbetonte und Zweinutzungsrassen.

Limousin

Das mittel- bis großrahmige Limousin-Rind ist einfarbig hellrot bis dunkelrot. Klauen, Hörner, Flotzmaul und Augenumgebung sind aufgehellt. Der Knochenbau ist fein. Die Muskulatur, besonders an Hinterhand und Rücken, ist ausgeprägt. Inzwischen werden auch mehrere hornlose Linien gezüchtet.

Tabelle: Maße und Gewichte

  weiblich männlich
Kreuzbeinhöhe, cm um 140 um 150
Gewicht, kg 700 1.100
Geburtsgewicht, kg 36 39

Eigenschaften

Die Limousinrasse ist dort zu empfehlen, wo bei weniger günstigen Futterverhältnissen mit einem geringen Aufwand an Überwachung, besonders bei der Abkalbung, Mutterkuhhaltung betrieben werden soll. Eine gute Widerstandsfähigkeit gegen Witterungseinflüsse verbunden mit hoher Fruchtbarkeit und Langlebigkeit zeichnet die Rasse aus, die über eine mittlere Frühreife verfügt. Aufgrund der problemlosen Geburten werden Limousinbullen gerne zur Einkreuzung bei Milchrassen verwendet. Der kleine Verdauungsraum, verbunden mit feinem Knochenbau und großer Fleischfülle, hat hohe Ausschlachtungsraten zur Folge.

Tabelle: Leistungsdaten

tägliche Zunahmen, g (Mastbullen) 1.323
Köralter, Tage 497
Körgewicht, kg 622

Quelle: Eigenleistungsfeldprüfung bei Jungbullen 2016 (ADR)

Zukunft und Zuchtziele

In der Jungbullenmast, die mit 18 Monaten abgeschlossen sein soll, werden durchschnittliche tägliche Zunahmen von 1.300 bis 1.500 g angestrebt.


Charolais

Das Charolais-Rind ist einfarbig weiß bis cremegelb, Flotzmaul, Horn und Klauen sind hell. Die Tiere sind großrahmig, haben einen eher kleinen Kopf mit großem Flotzmaul. Der Körper ist groß, breit, tief und lang. Die Bemuskelung an Schulter, Rücken, Lende, Becken und besonders an der Keule ist ausgeprägt.

 

Tabelle: Maße und Gewichte

  weiblich männlich
Kreuzbeinhöhe, cm um 144 um 154
Gewicht, kg 800–900 1.200–1.300
Geburtsgewicht, kg 40 44

Eigenschaften

Die Vorzüge der Rasse liegen in hohen täglichen Zunahmen, dem hohen Aufnahmevermögen für Wirtschaftsfutter und einer guten Futterverwertung. Die schnelle Entwicklung der Kälber ist der guten Milchleistung der Kühe zuzuschreiben. Die Schlachtkörper weisen auch bei hohen Mastendgewichten relativ wenig Fett auf. Charolais sind langlebig und robust gegenüber Witterungseinflüssen.  Die Rasse eignet sich gut zur Gebrauchskreuzung mit Milchrassen zur Verbesserung der Mastleistung und Schlachtkörperqualität bei den Endprodukten.

Tabelle: Leistungsdaten

tägliche Zunahmen, g 1.444
Köralter, Tage 449
Körgewicht, kg 646

Quelle: Eigenleistungsfeldprüfung bei Jungbullen 2016 (ADR) 


Angus

Die deutschen Angus-Rinder sind mittelrahmige Fleischrinder, einfarbig schwarz oder rot, von Natur aus hornlos, mit leichten Köpfen, feinen, strapazierfähigen Gliedmaßen und festen Klauen. Ihr Körper ist langgestreckt, gut bemuskelt mit vollen, tiefreichenden Keulen und feinen, trockenen Gliedmaßen.

Tabelle: Maße und Gewichte

  weiblich männlich
Kreuzbeinhöhe, cm um 136 um 145
Gewicht, kg 600–800 1.000–1.200
Geburtsgewicht, kg 32 35

Eigenschaften

Zu den Eigenschaften der Angus-Rinder gehören Frühreife, Fruchtbarkeit und leichte Geburten. Mutterkühe und Masttiere sind durch ihre natürliche Hornlosigkeit und ihren problemlosen Charakter für die Haltung in großen Gruppen gut geeignet. Durch den Wegfall der Enthornung sowie leichte Geburten mit vitalen Kälbern ist für die Haltung nur ein geringer Arbeitsaufwand nötig. Deshalb werden Angus-Rinder zunehmend in Nebenerwerbsbetrieben gehalten. Die Rasse eignet sich zur ganzjährigen Freilandhaltung und fügt sich gut in Grünlandextensivierungsprogramme ein. Angus-Rinder haben ein besonders schmackhaftes Fleisch bedingt durch feine Fleischfasern, hohe Zartheit und eine sehr gute Marmorierung.

Tabelle: Leistungsdaten

tägliche Zunahmen, g 1.300
Köralter, Tage 471
Körgewicht, kg    608

Quelle: Eigenleistungsfeldprüfung bei Jungbullen 2016 (ADR) 


Galloway

Die klein- bis mittelrahmigen hornlosen Galloways gehören zu den Extensiv- und Robustrinderrassen. Die am häufigsten vorkommenden Farbschläge sind schwarz mit mahagonifarbenen Haarspitzen (ca. 85 Prozent der Population), blond (dun), rot und weiß mit dunklen Pigmentflecken (z. B. schwarze Ohren, Maul, Fesseln und Klauen). Die Belted-Galloways gibt es in schwarz, rot und blond mit einem weißen Gürtel. Die Rasse verfügt über ein doppelschichtiges Fell mit langem, lockigen Deckhaar und feinem, dichten Unterhaar. Die Tiere haben einen kompakten, tiefen Rumpf und eine ausgeprägte Wamme. Der Kopf ist kurz und breit.

Tabelle: Maße und Gewichte

  weiblich männlich
Kreuzbeinhöhe, cm um 125 um 135
Gewicht, kg um 580 um 850
Geburtsgewicht, kg 27 30

Eigenschaften

Zu den charakteristischen Eigenschaften des Galloways zählen seine Widerstandsfähigkeit, Friedfertigkeit und Genügsamkeit, die sich in einem sehr niedrigen Erhaltungsbedarf widerspiegeln. Galloways können ganzjährig im Freien gehalten werden, denn sie kommen gut mit Kälte, Trockenheit und feuchter Witterung oder Schnee zurecht. Deshalb kommt den Galloways eine besondere Bedeutung im Einsatz in der Landschaftspflege und im Naturschutz zu. Sie verbeißen Binsen, Disteln, Heide und Birken. Als weiterer Pluspunkt wird ein schonender und schichtweiser Verbiss genannt, der zu einer großen Artenvielfalt führt. Galloways zerstören selbst in sumpfigem Gelände die Grasnarbe kaum, weil sie einen schonenden Tritt haben, der sich aus den im Verhältnis zum Körpergewicht breiten Klauen ergibt. Die anspruchslosen Rinder sind langlebig, spätreif, fruchtbar und leichtkalbig. Die Kälber sind leicht und von großer Vitalität und werden problemlos auch bei hohen Minusgraden im Winter zur Welt gebracht.

Tabelle: Leistungsdaten

tägliche Zunahmen, g 836
Köralter, Tage 854
Körgewicht, kg 576

Quelle: Eigenleistungsfeldprüfung bei Jungbullen 2016 (ADR)

Zukunft und Zuchtziele

Ein genügsames und widerstandsfähiges Rind mit gutartigem Charakter ist erwünscht, das fruchtbar und leichtkalbig ist und leichte, vitale Kälber zur Welt bringt. Das Fleisch der Galloways ist feinfaserig und gut marmoriert.


Highland-Cattle (Schottisches Hochlandrind)

Das Schottische Hochlandrind verfügt über ein üppiges Fell. Dadurch ist es gegen extreme Kälte, Regen und Hitze geschützt. Es gibt den Tieren ihr charakteristisches, urwüchsiges Aussehen. Vorherrschende Farben sind Rot, Gelb und Schwarz, während Graubraun und Weiß seltener vorkommen. Der kurze dreieckige Kopf trägt einen buschigen Haarschopf, der die Augen bedeckt. Die Ohren haben einen auffallend langen Behang. Die symmetrisch geschwungenen langen Hörner verleihen dem klein- bis mittelrahmigen Schottischen Hochlandrind sein charakteristisches Aussehen.

Tabelle: Maße und Gewichte

  weiblich männlich
Kreuzbeinhöhe, cm um 128 um 138
Gewicht, kg 450–650 650–850
Geburtsgewicht, kg 22 25

Eigenschaften

Hochlandrinderherden leben ganzjährig im Freien und werden gerne zur Landschaftspflege eingesetzt. Sie sind spätreif; die Bullen sind nur weidemasttauglich und für eine Intensivmast nicht geeignet. Das ideale Schlachtalter der Bullen und Ochsen liegt bei 24 bis 30 Monaten. Die besonderen Eigenschaften des Schottischen Hochlandrindes sind: Robustheit, Langlebigkeit, Gutmütigkeit, aber auch Wehrhaftigkeit bei guten Mutterkuheigenschaften.

Tabelle: Leistungsdaten

tägliche Zunahmen, g 724
Köralter, Tage 865
Körgewicht, kg 471

Quelle: Eigenleistungsfeldprüfung bei Jungbullen 2016 (ADR) 


Uckermärker

Die Uckermärker sind großrahmige, lange, breite und tiefe Rinder. An die Haarfarbe werden keine Ansprüche gestellt, so dass von weiß bis cremefarben, mitunter braun sowie gescheckt vom hellen Gelb bis Rotbraun auf weißem Grund alle Varianten möglich sind. Sie sind gut bemuskelt an Schultern, Lende, Rücken und Keule und verfügen über trockene, korrekte Gliedmaßen. Neben den behornten Rindern werden bereits hornlose Linien gezüchtet.

Tabelle: Maße und Gewichte

  weiblich männlich
Kreuzbeinhöhe, cm um 140 um 150
Gewicht, kg 750–850 1.150–1.300
Geburtsgewicht, kg 40 42

Eigenschaften

Bei den Mutterkühen wird in der Zucht Wert gelegt auf eine ausgeprägte Mütterlichkeit, Leichtkalbigkeit und Gutartigkeit sowie auf eine gute Milchleistung. Uckermärker sind anpassungsfähig und verfügen über eine gute Weideeignung. Die Kälber sollten frohwüchsig und spätreif sein und in der Ausmast nicht verfetten. Eine hohe Ausschlachtung mit hohem Fleischanteil und hervorragender Fleischqualität sind die Anforderungen, die an die Schlachtkörper gestellt werden.

Tabelle: Leistungsdaten

tägliche Zunahmen, g 1.421
Köralter, Tage 466
Körgewicht, kg 660

Quelle: Eigenleistungsfeldprüfung bei Jungbullen 2016 (ADR) 


Hereford

Bei den Herefords handelt es sich um ein mittel- bis großrahmiges Rind mit einem mittellangen, rotbraunen Haarkleid. Auffallend ist der sich dominant vererbende weiße Kopf. Außerdem sind Hals, Beine, Schwanzquaste und der Nacken weiß. Hereford-Rinder gibt es gehörnt und genetisch hornlos.

Tabelle: Maße und Gewichte

  weiblich männlich
Kreuzbeinhöhe, cm um 136 um 141
Gewicht, kg 650–850 900–1.350
Geburtsgewicht, kg 33 36

Eigenschaften

Neben Frühreife, Fruchtbarkeit, leichten Geburten und Mütterlichkeit zeichnet sich die Rasse auch durch Leichtfuttrigkeit und ein ruhiges Temperament aus. Die Tiere besitzen eine gute Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Klima- und Haltungsbedingungen. Auch auf extensiven Standorten im Rahmen der Landschaftspflege sind sie problemlos einsetzbar. Herefords sind sehr gute Futterverwerter, insbesondere von Raufutter.

Tabelle: Leistungsdaten

tägliche Zunahmen, g    1.303
Köralter, Tage 574
Körgewicht, kg 584

 Quelle: Eigenleistungsfeldprüfung bei Jungbullen 2016 (ADR)


Blonde d’Aquitaine

Das Blonde d’Aquitaine-Rind mit seinem einheitlich hellgelben bis weizenfarbenen Haarkleid gehört zu den großrahmigen Mutterkuhrassen. Die Tiere stehen aufgrund ihrer ausgeprägten Körper- und Beckenlänge im Rechteckformat. Farbaufhellungen gibt es um Augen und Flotzmaul, an der Innenseite der Extremitäten und an der Bauchunterseite. Die Hörner sind hell elfenbeinfarben mit dunklerem Ende. Die Tiere zeigen eine ausgeprägte Bemuskelung an allen fleischtragenden Körperpartien und besitzen einen feingliedrigen Knochenbau und eine feine Haut.

Tabelle: Maße und Gewicht

  weiblich männlich
Kreuzbeinhöhe, cm um 155 um 165
Gewicht, kg 900–1.100 1.200–1.500
Geburtsgewicht, kg 41 46

Eigenschaften

Blonde d’Aquitaine-Rinder sind anpassungsfähig hinsichtlich Klima und Futtergrundlage. Eine extensive Haltungsform mit Weidegang im Sommer und Heu oder Grassilage im Winter ist möglich. Ihr enormes Wachstumspotenzial zeigt die Rasse aber bei intensiver Fütterung. Die Tiere sind zwar spätreif, können aber in jedem Lebensalter geschlachtet werden. Durch das langandauernde Wachstum können Bullen, ohne zu verfetten, lange gemästet werden. Die Schlachtkörperausbeute – vor allem die der edlen Fleischanteile – ist sehr hoch. Das große Becken und die anatomische Gestaltung der Kälber fördern die Leichtkalbigkeit.

Tabelle: Leistungsdaten

tägliche Zunahmen, g    1.341
Köralter, Tage 531
Körgewicht, kg 635

Quelle: Eigenleistungsfeldprüfung bei Jungbullen 2016 (ADR) 


Salers

Das Salers-Rind, das im mittleren bis großen Rahmen steht, hat eine helle bis dunkel rotbraune Mahagonifarbe. Das Haarkleid ist meist gelockt. Die Schleimhäute sind hell, die Haut braun pigmentiert. Der Kopf ist dreieckig und die Hörner haben eine charakteristische Lyraform. Hornlosigkeit kann auftreten. Sie haben einen geraden Rücken und ein langes, breites Becken bei gleichmäßiger guter Bemuskelung. Sie verfügen über feste Gliedmaßen und harte schwarze Klauen.

Tabelle: Maße und Gewichte

  weiblich männlich
Kreuzbeinhöhe, cm um 147 um 157
Gewicht, kg 700–900 900–1.200
Geburtsgewicht, kg 36 38

Eigenschaften

Das Salers-Rind ist sehr robust. Beträchtliche Temperaturschwankungen und hohe Nieder-schlagsmengen erträgt es ohne Probleme. Aufgrund ihrer Herkunft verfügen die Rinder über solide Fundamente und harte Klauen. Die Salers-Rinder haben eine gute Fruchtbarkeit, Zwillingsgeburten sind keine Seltenheit. Das Besondere an dieser mittel- bis spätreifen Rasse ist eine für Fleischrinderrassen ungewöhnlich hohe Milchleistung (3.000 bis 3.500 kg Milch), die eine zügige Entwicklung der Kälber gewährleistet. Die Kälber sind vital und frohwüchsig. Die männlichen Absetzer eignen sich als Ochsen zur extensiven zweijährigen Weidemast oder als Bullen zur Intensivmast. Als Mutterkuhgrundlage sind Salers zur Kreuzung mit Charolais gut geeignet.


Aubrac

Das Aubrac-Rind ist mittelrahmig mit einem einfarbig weizengelben, grau-weißlichen oder fahlroten Fell sowie sehr dichtem und kurzem Haarkleid. Bei den männlichen Tieren verfärben sich Kopf- und Vorderpartie sowie der untere Keulenbereich mit dem Heranwachsen meist dunkel. Die Rinder haben eine quadratische Stirn und ein kurzes breites Flotzmaul. Die Augenpartien und Wimpern sind aufgehellt und schwarz umrandet, ebenso das Flotzmaul. Hornspitzen, Schwanzende und die Ränder der Ohren sind schwarz. Die Hörner sind lyraförmig gebogen. Aubrac-Rinder stehen auf einem guten Fundament, mit kurzen feinen Gliedmaßen. Die Klauen sind fest und schwarz. Die Keulen sind sehr gut bemuskelt, das Becken sehr weit. Es wird auch auf Hornlosigkeit gezüchtet.

Tabelle: Maße und Gewichte

  weiblich männlich
Kreuzbeinhöhe, cm 130 140
Gewicht, kg 550 - 800 900 – 1.200
Geburtsgewicht, kg 34 36

Eigenschaften

Durch den Lebensraum auf dem Hochplateau von Aubrac ist die Rasse sehr gut an extreme Witterungsbedingungen wie starke Temperaturunterschiede, Kälte und Wind angepasst. Das macht sie widerstandsfähig und besonders für die ganzjährige Freilandhaltung geeignet. Das spärliche Futterangebot der hohen Lagen brachte außerdem sehr genügsame Tiere hervor, die nicht zugefüttert werden müssen. Die Tiere sind – auch weil sie nicht so groß sind – sehr trittsicher. Aubrac sind gutmütig, sehr friedfertig und haben ein gutes soziales Verhalten. Diese Eigenschaften führten zu einer kontinuierlichen Ausdehnung dieser langlebigen Robustrinder – vor allem in der Mutterkuhhaltung in Frankreich sowie weltweit. Die Mutterkühe zeichnen sich durch hohe und regelmäßige Trächtigkeitsraten und vor allem durch Leichtkalbigkeit aus. Dies ist auch der Grund dafür, dass die Kühe problemlos an Bullen spezialisierter Fleischrassen angepaart werden können. Die Aubrac-Bullen lassen sich gut mit Kühen klein- und mittelrahmiger Rassen kreuzen. Schlachtausbeute und Fleischqualität sind hoch.


Welsh Black

Welsh Black Rinder sind schwarz, gelegentlich mit etwas Weiß am Bauch (hinter dem Nabel) und im Euter-/Hodenbereich. Den Tieren wächst im Winter ein sehr dichtes Fell, das im Frühjahr vollständig abgelegt wird. Im Sommer sind sie relativ glatt und kurzhaarig. Welsh Black Rinder gibt es behornt sowie genetisch hornlos. Sie sind mittelrahmig mit vollem, ausgeprägtem Fleischansatz an Schulter, Rücken und Keule.

Tabelle: Maße und Gewichte

  weiblich männlich
Kreuzbeinhöhe, cm 127-134 136-145
Gewicht, kg 650 - 800 900 – 1.250
Geburtsgewicht, kg 34 36

Eigenschaften

Tiere dieser Rasse kommen leicht und feingliedrig zur Welt. Als ausgewachsene Rinder verfügen sie über ein starkes Fundament mit festen, kräftigen Klauen und haben damit eine gute Voraussetzung für eine lange Lebens- und Nutzungsdauer. Jungbullen, aber auch gute Färsen, erreichen hohe Schlachtgewichte ohne zu verfetten. Sie liefern ein feinfaseriges und marmoriertes Fleisch, das reich an Omega-3-Fettsäuren ist. Welsh Black Kühe zeichnen sich auch durch ihre breiten Geburtswege und ihre gute Umgänglichkeit aus. Die lange Selektion auf Gutartigkeit spiegelt sich heute in der Ruhe und Ausgeglichenheit der Tiere wieder.


Rotes Höhenvieh

Das Rote Höhenvieh hat ein einfarbig rot bis rotbraunes Fell, ist behornt und hat helle Hörner mit dunkler Spitze. Weitere Rassemerkmale sind ein mittellanger Kopf mit breiter Stirn sowie ein helles Flotzmaul und eine helle Schwanzquaste. Die Tiere verfügen über eine gute Bemuskelung, sie haben einen relativ kurzen Hals, aber eine ausgeprägte Wamme. Der Rücken ist lang und gerade mit breiter Lende und Becken, die Brust tief und breit.

Tabelle: Maße und Gewicht

  weiblich männlich
Kreuzbeinhöhe, cm 135 140
Gewicht, kg 500–700 750–950
Geburtsgewicht, kg 36 38

Eigenschaften

Diese alte, mittel- bis spätreife Rinderrasse zeichnet sich durch ausgesprochene Genügsamkeit und hohe Widerstandsfähigkeit aus. An raues Klima passen sie sich gut an, deshalb können sie ganzjährig draußen gehalten werden. Sie verfügen über eine gute Konstitution, Vitalität und Marschfähigkeit.

Tabelle: Leistungsdaten

tägliche Zunahmen, g     1.034
Köralter, Tage 497
Körgewicht, kg 622

Quelle: Eigenleistungsfeldprüfung bei Jungbullen 2016 (ADR)


Dexter

Bei diesen Tieren handelt es sich um die kleinste europäische Rinderrasse. Charakteristisch für das Dexter-Rind sind ein kurzer, breiter Kopf und das Haarkleid in den Farben Schwarz, Rot oder Braungrau. Die Hörner sind hell mit schwarzer Spitze. Der breite und tiefe Rumpf steht auf sehr kurzen Beinen.

Tabelle: Maße und Gewichte

  weiblich männlich
Kreuzbeinhöhe, cm 97–109 102–111
Gewicht, kg 300–450 450–600
Geburtsgewicht, kg 17–20 20–25

Eigenschaften

Dexter waren das Hausrind der Kleinbauernfamilie mit wenig, häufig minderwertigem Grundbesitz. Das genügsame Tier sorgte für Milch, Fleisch und den Dung für den Kartoffel-, Getreide- und Gemüseacker. Bis zum heutigen Tag sind Dexter in kleineren Zahlen oft im Besitz von landwirtschaftlich interessierten Hobbyhaltern. Die frühreifen Dexter erreichen im absoluten Maßstab nicht die Leistungen anderer Rinderrassen; sie füllen aber eine Marktlücke und behaupten sich in der Nische. Dexter sind anspruchslos in Futter und Haltung. Sie gedeihen in kärglicher Bergwelt so gut wie auf fruchtbaren Marschwiesen. Von Natur aus robust und abgehärtet reicht im europäischen Winter ein einfacher Schutz gegen Wind und Wetter. Ihre geringe Größe macht sie ideal für den Nebenerwerbslandwirt oder Pferdehalter. Dexter werden meist extensiv und als Mutterkühe gehalten. Für ihre Größe geben sie erstaunlich viel Milch. Deshalb kann eine Ammenkuh problemlos zwei Kälber ernähren oder ein großes Kalb einer anderen Fleischrasse aufziehen.


Weiß-blaue Belgier

Typisch für diese mittelgroßrahmige Rasse sind drei Farbtypen: Weiß, Schwarzweiß und Blauweiß bei kurzem, manchmal stichelhaarigem Haarkleid. Die Tiere verfügen über eine extreme Bemuskelung an allen fleischtragenden Körperpartien. Sie haben einen langen, tief angesetzten Kopf und ein kurzes, stumpfes, leicht nach vorn gebogenes Horn.

Tabelle: Maße und Gewichte

  weiblich männlich
Widerristhöhe, cm 132 - 134 145 - 150
Gewicht, kg 700 – 750 1.100 – 1.250
Geburtsgewicht, kg 44 47

Eigenschaften

Die wichtigsten Eigenschaften dieser spätreifen Rasse sind die erhöhte Muskelentwicklung mit hohen Wachstumsraten. Die Rasse hat eine natürliche Mutation in dem Gen, das für die Bildung des Proteins Myostatin zuständig ist. Myostatin hemmt das Muskelwachstum, damit die Muskeln nicht unkontrolliert wachsen. Der Rasse fehlt Myostatin, sodass es zu einem ausgeprägten Muskelwachstum kommt. Die Mutation hemmt aber auch den Fettansatz, deshalb ist das Fleisch sehr mager. Die schwer bemuskelten Weiß-blauen Belgier werden auch "Doppellender" genannt. Bei reinrassigen Tieren ist in der Regel eine Geburt auf natürlichem Weg nicht möglich, die Kälber werden mit Kaiserschnitt zur Welt gebracht. Trotz ihrer Masse sind die Tiere umgänglich.


Zwergzebu

Das typische Merkmal des Zwergzebus ist sein Buckel, der neben Bindegewebe und Fett aus marmoriertem Muskelfleisch besteht. Die geringe züchterische Bearbeitung der robusten Zwergzebus in Asien brachte viele Farben und Farbkombinationen, Formen und Hornstellungen sowie recht unterschiedliche Widerristhöhen und Gewichte hervor. Neben dem Buckel, welcher bei männlichen Tieren wesentlich stärker ausgeprägt ist als bei weiblichen Tieren, gehören zum typischen Erscheinungsbild von Zwergzebus eine starke Wamme, ein abgezogenes und stark abgedachtes Becken, feine Extremitäten und eine schmale Stirn. Der typisch längliche Kopf hat große Augen, kleine, abstehende Ohren und auffällig große Hörner in unterschiedlichen Farbschattierungen und Formen.

Tabelle: Maße und Gewichte

  weiblich männlich
Widerristhöhe, cm 80-120 90-130
Gewicht, kg 250-350 350-550
Geburtsgewicht, kg 11-18 11-20

Eigenschaften

Zwergzebus werden vermehrt in der Landschaftspflege, beispielsweise verbuschten Flächen, in Steilhängen bis hin zu Feuchtgebieten gehalten. Sie „pflegen“ grundsätzlich ihre Weiden, da die Verletzung der Grasnarbe durch Trittschäden auf ein Minimum begrenzt ist. Sie fressen, falls kein anderes Futter vorhanden ist, überständiges Gras, Disteln oder Schwarzdorn. Das Fleisch ist bei einer Ausschlachtung von mindestens 60 Prozent feinfaserig, dunkel und fettarm. Die Häute werden wegen ihrer ungewöhnlichen Färbung (gestromt, dalmatinerfarben u.ä.) gern zu Fußbodenbelägen und Wandschmuck verarbeitet und ergeben außerdem ein sehr feines Leder. Üblicherweise werden Zwergzebus nicht gemolken.


Wagyu

Wagyus sind mittelrahmige Fleischrinder mit kurzhaarigem, schwarzem, manchmal auch rotem Fell. Andere Rassemerkmale sind der feine und leichte Körperbau mit einer starken Schulter und einer kräftigen, deutlich gewinkelten Hinterhand. Die Hörner sind leicht gekrümmt. Es gibt auch genetische hornlose Tiere.

Tabelle: Maße und Gewichte

  Weiblich männlich
Widerristhöhe, cm 125-137 138-155
Gewicht, kg 450-600 800-1000
Geburtsgewicht, kg 25-30 30-35

Eigenschaften

Wagyus sind anpassungsfähige Rinder, die sich auch in unseren geografischen Breiten gut entwickeln können. Sie gelten als ausgeglichen, ruhig, robust und fruchtbar und sind für die Weidehaltung gut geeignet. Das Fleisch der Rinder ist aufgrund seiner feinen Marmorierung und Faserung als Delikatesse bekannt und äußerst gesund, da es bis zu 50 Prozent mehr ungesättigte Fettsäuren als andere Fleischarten und einen hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren enthält. Wagyus benötigen aufgrund ihrer langsamen Entwicklung fast doppelt so viel Zeit wie herkömmliche Fleischrassen, bis sie die Schlachtreife erreicht haben (30 Monate). Um die Aufzucht von Wagyus und Kobe-Rindern ranken sich viele Geschichten und Mythen. Zum Beispiel sollen ein tägliches Massieren der Tiere, ein Besprühen mit Reiswein und die Fütterung mit Bier die Fleischqualität verbessern.


Poster: Rinderrassen

Das Poster zeigt Kühe von 30 Rinderrassen auf einen Blick, eingeteilt in die Kategorien Milchrind, Fleischrind sowie Zweinutzungsrassen und ist gut für den Einsatz in der Aus- und Weiterbildung geeignet.

Zum Poster

Seiten-Titel: Innovative Schlachtverfahren

Seiten-Beschreibung:

Im Rahmen des Projekts "Innovative Schlachtverfahren" wird erprobt, inwieweit ein Schlachtmobil Fortschritte bei der tiergerechteren Schlachtung und der Fleischqualität sowie beim Arbeitsschutz bringen könnte.

Seiten-Titel: Rindfleischerzeugung in Deutschland

Seiten-Beschreibung:

Deutschland ist zweitgrößter Rindfleischerzeuger der EU. Neben Mastbullen spielen (Alt-)Kühe aus Milchvieh- und Mutterkuhherden eine bedeutende Rolle in der deutschen Rindfleischerzeugung.

Seiten-Titel: Natürliches Verhalten und Ansprüche von Milchvieh

Seiten-Beschreibung:

Was braucht die Kuh, um glücklich zu sein? Moderne Stallbaukonzepte müssen nicht nur wirtschaftliche Kriterien erfüllen, sondern auch den Bedürfnissen und dem natürlichen Verhalten der Tiere gerecht werden.