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Tier

├ľkologische Ziegenhaltung

├ľkologische Ziegenhaltung

Ziegen stellen keine hohen Anforderungen an das Haltungssystem. In der Regel reicht ein einfacher Kaltstall mit Tiefstreu f├╝r die gen├╝gsamen Tiere. F├╝r die ├Âkologische Milchziegenhaltung ist Weidegang von Fr├╝hjahr bis Herbst anzustreben.

Dies verursacht jedoch teilweise - je nach Weidemanagement -  gro├če Probleme mit Innenparasiten. Bei Weidehaltung in der Vegetationszeit ist nach den EU-Rechtsvorschriften f├╝r den ├Âkologischen Landbau ein Winterauslauf nicht zwingend vorgeschrieben. Bei ganzj├Ąhriger Stallhaltung muss den Tieren, wann immer es die Bedingungen zulassen, Zugang zu einem Auslauf im Freien gew├Ąhrt werden.

Die vorgeschriebene Stallfl├Ąche betr├Ągt im ├Âkologischen Landbau je Ziege mindestens 1,5 Quadratmeter und pro Zicklein 0,35 Quadratmeter. Im Auslauf m├╝ssen mindestens 2,5 bzw. 0,5 Quadratmeter zur Verf├╝gung stehen.

Der nat├╝rliche Lebensraum der Ziegen ist die Bergregion. Deshalb klettern Ziegen gerne und sch├Ątzen einen erh├Âhten Ruheplatz. Solche Ruhem├Âglichkeiten in mehreren Etagen sind als Holzkonstruktionen ohne gro├čen Aufwand in Selbstbauweise in den Stall zu integrieren.

F├╝tterung

In der ├Âkologischen Milchziegenhaltung ist vor allem die F├╝tterung der jungen Kitze schwierig. Die Aufzucht der Kitze mit Ziegenmilch steht grunds├Ątzlich in Konkurrenz zur Verarbeitung oder Vermarktung der Milch und ist somit in der Regel unwirtschaftlich. Die erfolgversprechendste Methode ist die Verf├╝tterung von Kuhmilch von Anfang an. Sie kann als Warmtr├Ąnke oder als Kalttr├Ąnke leicht mit Wasser verd├╝nnt und anges├Ąuert gegeben werden. Steht keine nat├╝rliche Milch zur Verf├╝gung wird in der Praxis Bio-Vollmilchpulver als Ersatz eingesetzt.

Den Jungtieren sollten m├Âglichst schon ab der dritten Lebenswoche Kraftfutter, Heu und Trinkwasser zur freien Verf├╝gung angeboten werden.

Zur F├╝tterung nicht laktierender Muttertiere reichen Weidegang und Stroh oder Heu. Hochtr├Ąchtige und laktierende Tiere erhalten je nach Milchleistung zus├Ątzlich Saft- und Kraftfutter. Da Ziegen besonders empf├Ąnglich f├╝r Listeriose sind, ist es wichtig, schimmelfreie Futtermittel einzusetzen. Die Gabe von Mineralfutter ist bei heranwachsenden, hochtragenden und laktierenden Ziegen erforderlich. Lecksteine sollten st├Ąndig zur Verf├╝gung stehen.

Rassenwahl

In der ├Âkologischen Milchziegenhaltung sind vor allem die Bunte und die Wei├če Deutsche Edelziege weit verbreitet. Daneben haben auch Saanen-Ziege, Toggenburger und Kreuzungen aus den verschiedenen Rassen gr├Â├čere Bedeutung.

Ziegen mit H├Ârnern halten

Das Ideal in der Bioziegenhaltung ist es, den Ziegen ihre H├Ârner und damit ihren Charakter zu lassen. Das Tierschutzgesetz erlaubt das Enthornen von Ziegen zudem nur im Einzelfall mit tier├Ąrztlicher Indikation und auch dann nur mit Bet├Ąubung und Schmerzausschaltung. Das Enthornen ist mit hohen Belastungen und Risiken f├╝r das Tier verbunden. Denn anders als beim Rind haben Kitze eine relativ gro├če Hornanlage und eine sehr d├╝nne Sch├Ądeldecke. Die Zucht auf genetische Hornlosigkeit steht erst am Anfang.

Auf der anderen Seite ist es nicht unproblematisch, Ziegen mit H├Ârnern zu halten. Die Verletzungsgefahr f├╝r Mensch und Tier ist hoch. Selbst eine geeignete Strukturierung und gro├čz├╝gige Gestaltung der Stallr├Ąume k├Ânnen Rangk├Ąmpfe nicht vollst├Ąndig verhindern.

Konkurrenz mindern

Es gibt verschiedene Ans├Ątze, um Rangk├Ąmpfe, Stress und Aggressionen im Laufstall zu minimieren. Ung├╝nstig sind zum Beispiel Fressgitter, bei denen sich die Ziegen mit ihren H├Ârnern umst├Ąndlich herausf├Ądeln m├╝ssen. Auch durchg├Ąngige Nackenriegel eignen sich weniger, da sie ein rivalisierendes Verhalten f├Ârdern. Besser sind Palisadengitter, die einen Blick nach hinten erlauben. Schmale G├Ąnge oder Sackgassen, in denen sich die Ziegen nicht ausweichen k├Ânnen, sollten vermieden werden. 

Ausreichend viele Liegenischen, Futterpl├Ątze und Tr├Ąnken verringern die Konkurrenz zwischen den Tieren. Milchziegen brauchen gro├če Mengen hochwertigen Futters, insbesondere in der Hochlaktation. Gen├╝gend Platz am Futtertisch ist ebenso notwendig wie ein st├Ąndiges Angebot von Grundfutter hoher Qualit├Ąt und eine h├Ąufige Futtervorlage. Eine wirkliche ad libitum F├╝tterung liegt nur vor, wenn immer mindestens zehn Prozent Futterreste auf dem Futtertisch liegen. Auch zus├Ątzliche Heuraufen vermindern die Konkurrenz am Fressplatz. Sichtblenden am Fressgitter ├╝ber dem Futter bringen mehr Ruhe beim Fressen.

Die Liegefl├Ąche muss ausreichend gro├č sein - mindestens 1,5 Quadratmeter pro Tier sind empfehlenswert. Erh├Âhte Liegebretter erweitern das Platzangebot zus├Ątzlich und vermindern die Aggressionen zwischen den Tieren. Trennw├Ąnde oder verschiedene Ebenen bieten Sichtschutz, so dass sich rangniedere vor rangh├Âheren Tieren zur├╝ckziehen k├Ânnen. Ziegen ruhen und stehen bevorzugt auf erh├Âhten Fl├Ąchen und klettern gerne. Zudem k├Ânnen sich durch eine Strukturierung Ziegen besser aus dem Weg gehen.

Keine allgemeing├╝ltige L├Âsung

Trotzdem gibt es keine L├Âsungen, die in allen F├Ąllen funktionieren. Das gilt beispielsweise f├╝r die F├╝tterung an Futterautomaten oder die Zutriebe zum Melkstand. Tatsache ist, dass einige Ziegenhalterinnen und Ziegenhalter ÔÇô mit sehr unterschiedlichen St├Ąllen und Verfahren ÔÇô mit h├Ârnertragenden Ziegen zurechtkommen, andere trotz guter Haltung vor immensen Problemen stehen.