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Tierwohl in der Schafhaltung

Tierwohl in der Schafhaltung

Schafe jeden Tag so zu versorgen, dass sie sich wohl und sicher f├╝hlen, ist gute Sch├Ąferpraxis. Schafhalterinnen und -halter ben├Âtigen Kenntnisse in vielen Bereichen. Sie m├╝ssen sich bei der Haltung, F├╝tterung, Pflege und Betreuung der Tiere ebenso auskennen wie in der Gesundheitsvorsorge.

Ausgebildete Sch├Ąferinnen und Sch├Ąfer beherrschen ihr Handwerk und wissen, was zu tun ist, damit sich ihre Schafe wohl f├╝hlen und gesund und leistungsf├Ąhig sind. In den letzten Jahren hat jedoch die Zahl der Nebenerwerbs- und Hobbyschafhaltungen zugenommen. Wer das Sch├Ąferhandwerk nicht erlernt hat, muss sich die umfangreichen Kenntnisse, die zur tierwohlgerechten Haltung von Schafen n├Âtig sind, erst aneignen.

Sicher einz├Ąunen

Schafe als Weidetiere m├╝ssen ausbruchs- und verletzungssicher eingez├Ąunt werden. Hersteller empfehlen 4- bis 5-reihige Elektroz├Ąune oder Elektronetze. Aufgrund des dicken Fells ist ein leistungsstarkes Elektrozaunger├Ąt mit einer hohen Ausgangsspannung und einer schlagkr├Ąftigen Entladeenergie erforderlich. Stacheldraht ist wegen der Verletzungsgefahr nicht geeignet.

Zugfrei, trocken und sauber aufstallen

Zumindest f├╝r die Lammzeit ist h├Ąufig die Nutzung eines Stalles erforderlich. Daf├╝r ist ein Geb├Ąude ausreichend, das sauber und trocken ist und allen Tieren ausreichend Platz bietet (ein Quadratmeter pro Tier). Folienst├Ąlle k├Ânnen sehr kosteng├╝nstige Stallbaul├Âsungen darstellen und auch Altgeb├Ąude eignen sich. Bei Neubauten bieten sich Au├čenklimast├Ąlle an.

Halterinnen und Halter sollten darauf achten, dass der Stall zugfrei ist und so viele Fresspl├Ątze und Tr├Ąnken vorhanden sind, dass die Tiere an gen├╝gend Nahrung kommen. F├╝r die Abtrennung von B├Âcken sowie kranken oder hochtr├Ąchtigen Schafen m├╝ssen separate Buchten zur Verf├╝gung stehen. Ein gutes Stallmanagement schlie├čt die Beseitigung von Unrat und Futterresten, t├Ąglich frische Einstreu sowie die regelm├Ą├čige Reinigung und Desinfektion besonders sensibler Bereiche wie Ablammbuchten und Transportfahrzeuge ein.

Leistungsgerechte F├╝tterung

Um sich wohl zu f├╝hlen, m├╝ssen Schafe wiederk├Ąuergerecht und leistungsgerecht gef├╝ttert werden.  Und zwar in erster Linie mit rohfaserreichem Futter wie Heu und Silage. In den Futtertrog geh├Ârt nur sauberes und unverdorbenes Futter. Eine gesundheitliche Gefahr geht insbesondere von einer schlecht verdichteten und schmutzigen Silage mit einem hohen pH-Wert (> 6) aus. Hier besteht die Gefahr von Listeriose.

Allein mit Raufutter kann der N├Ąhrstoffbedarf von Schafen oft nicht gedeckt werden. Je nach Leistung sind energie- und eiwei├čreichere und kostenintensivere Futterrationen n├Âtig. Der Einsatz von Rapsextraktionsschrot oder Biertreber kann sinnvoll sein. Grunds├Ątzlich sollten Halterinnen und Halter auf eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen achten und Futterumstellungen nur langsam vornehmen.

Sauberes Trinkwasser zur freien Aufnahme muss t├Ąglich zur Verf├╝gung stehen. Der Wasserbedarf eines Schafes liegt bei zwei bis vier Litern pro Tag. Bei Sommerhitze und in der S├Ąugezeit kann er auf bis zu zehn Liter pro Tag steigen. Die Wasserversorgung muss auch bei Frost gew├Ąhrleistet sein.

Klauen pflegen - Moderhinke vorbeugen

Mindestens einmal am Tag sollte jeder Schafhalter seinen Tierbestand kontrollieren. So erkennt er erste Krankheitsanzeichen, Lahmheiten oder eine verminderte Futteraufnahme und kann rechtzeitig reagieren. In besonderen Situationen (z. B. Ablammzeit) k├Ânnen h├Ąufigere Kontrollen erforderlich werden.

Wie wichtig Pflegema├čnahmen in der Schafhaltung sind, zeigt sich bei der Moderhinke. Die sehr ansteckende Krankheit verursacht den Schafen erhebliche Schmerzen. Erkrankte Tiere lahmen deutlich, magern ab und verf├╝gen nur ├╝ber eine verminderte Leistungsf├Ąhigkeit. Deshalb muss bei den ersten Anzeichen der Moderhinke sofort gehandelt werden. Regelm├Ą├čige Klauenpflege (schneiden und baden) mindert das Erkrankungsrisiko erheblich. Feuchte Stellen auf der Weide und im Stall sollten gemieden bzw. trockengelegt werden. Auch die Kreuzung mit Moderhinke-resistenten Rassen stellt eine vorbeugende Ma├čnahme dar. Viele betroffene L├Ąnder haben bereits umfangreiche Sanierungs- und Bek├Ąmpfungsprogramme eingerichtet, um die Verbreitung von Moderhinke einzud├Ąmmen.

Gutes Entwurmungsmanagement

Die Verwurmung stellt eine der h├Ąufigsten Todesursachen bei Schafen dar. Doch frei von W├╝rmern ist faktisch kein Schaf. Schafhalterinnen und Schafhalter haben daher die Aufgabe, die Wurmbelastung ihrer Tiere durch intelligentes Management so gering wie m├Âglich zu halten. Verwurmte Schafe leiden an N├Ąhrstoffmangel, Durchf├Ąllen und Blutarmut. Sie magern ab und werden anf├Ąlliger gegen Krankheiten. Zur Ermittlung des Befalls sollten regelm├Ą├čig parasitologische Kotuntersuchungen durchgef├╝hrt (einschlie├člich Resistenztest) und eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden, m├Âglichst in enger Zusammenarbeit mit dem Tierarzt.

Blauzungenkrankheit - Gefahr der Einschleppung besteht weiter

In den vergangenen Jahren hat die Blauzungenkrankheit (Bluetongue disease - BT) vielen Schafhaltern Sorgen gemacht. Obwohl Deutschland seit 2011 offiziell frei von dieser anzeigenpflichtigen Tierseuche ist, bleibt die Gefahr einer Einschleppung bestehen. Unter anderem in Italien und Frankreich werden immer wieder Ausbr├╝che der BT gemeldet. Neben den direkten Auswirkungen f├╝r die infizierten und erkrankten Tiere, besteht das Risiko von Handelsrestriktionen. Schafhalter sollten ihre Tiere gegen BT impfen lassen. Diese Ma├čnahme wird in einigen Bundesl├Ąndern finanziell unterst├╝tzt.

Mindestens einmal im Jahr scheren

Schafe sollten mindestens einmal im Jahr geschoren werden, denn bei den meisten Schafrassen findet erblich bedingt kein Wollwechsel mehr statt. Ohne Schur w├╝rde das W├Ąrmeregulationsverm├Âgen der Tiere empfindlich gest├Ârt, neugeborene L├Ąmmer f├Ąnden die Zitzen schwerer und Ektoparasiten k├Ânnten sich leichter einnisten. Da das Scheren f├╝r die Tiere Stress bedeutet, ist der schonende Umgang mit den Schafen oberstes Gebot. Nicht nur deshalb sollte die Schur von erfahrenen Schafschererinnen und -scherern ├╝bernommen werden. Frischgeschorene Schafe ben├Âtigen bei nasskalter Witterung einen Schutz. Scherwunden m├╝ssen behandelt werden.

Schutz vor dem Wolf

Dass der Wolf auf dem besten Wege ist, Deutschland fl├Ąchendeckend zu besiedeln, stellt Schafhalterinnen und Schafhalter vor neue Herausforderungen. Trotz vorschriftsm├Ą├čigen Schutzes mehren sich die ├ťbergriffe. Nach Einsch├Ątzung von Experten stellt der Einsatz von Herdenschutzhunden in Verbindung mit einer solideren Z├Ąunung den gr├Â├čtm├Âglichen Schutz vor dem Wolf dar.

Diese Ma├čnahmen sind jedoch mit einem erheblichen betrieblichen und finanziellen Mehraufwand verbunden, der von manchen Sch├Ąferinnen und Sch├Ąfern ohne Unterst├╝tzung nicht gestemmt werden kann. In den F├Ârderrichtlinien der Bundesl├Ąnder ist ein Schadensausgleich vorgesehen, den Landwirtinnen und Landwirte nach Vorlage eines Rissgutachtens in Anspruch nehmen k├Ânnen. Aktuell wird dar├╝ber hinaus auch der kontrollierte Abschuss des Wolfes diskutiert. Um eine aussagekr├Ąftige Kosten├╝bersicht zu erhalten, wurde das Kuratorium f├╝r Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) von der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverb├Ąnde (VDL) mit einem Projekt zum Kosten- und Arbeitszeitbedarf beim Herdenschutz beauftragt.

Seiten-Titel: Schafhaltung in Deutschland

Seiten-Beschreibung:

Schafe zu halten, hat in Deutschland lange Tradition. Doch im Vergleich mit anderen landwirtschaftlichen Produktionszweigen spielt die Schafhaltung nur eine untergeordnete Rolle. Dabei leistet sie einen zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft.

Seiten-Titel: Nutztiere wirksam vor W├Âlfen sch├╝tzen

Seiten-Beschreibung:

Um einen wirksamen Schutz gegen W├Âlfe zu bieten, m├╝ssen Weidez├Ąune gewisse Anforderungen erf├╝llen. Erfahren Sie hier, welche dies sind.