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Tier

Regionale Schlachtereien und Metzgereien

Regionale Schlachthöfe und Metzgereien

Städtischer Schlachthof der Stadt Kulmbach, Dirk Grühn, Schlachthofleiter

„Die Problemstellung zum Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration ist seit vielen Jahren bekannt, leider wurde zu viel Zeit nicht entsprechend genutzt. Es wird höchste Zeit für den Ausstieg, auch wenn unser Unternehmen nicht direkt davon betroffen ist.“, erklärt Dirk Grühn, Schlachthofleiter des Städtischen Schlachthofs in Kulmbach. Persönlich präferiert er die Kastration unter Narkose als mögliche Alternative. „Ebermast scheidet aus Tierschutzgründen wegen Bissverletzungen aus und die Immunokastration ist nicht „salonfähig“, d.h. dem Verbraucher nicht zu vermitteln, da sie einen Eingriff in den Hormonhaushalt der Tiere darstellt.“

Am Schlachthof Kulmbach werden derzeit keine Eber oder Immunokastraten geschlachtet. Zu Problemen in der Vermarktung von Frischfleisch und Verarbeitungsware kann keine Aussage gemacht werden, da der Schlachthof als reiner Lohnschlachtbetrieb keine eigene Vermarktung hat.

Schlachthof Bamberg, Robert Sporer, Leiter des Schlacht- und Viehhofes

„Der Schlacht- und Viehhof Bamberg ist ein kommunaler Schlachthof, der seinen Kunden zur Schlachtung die notwendige Infrastruktur sowie die technischen Anlagen zur Verfügung stellt. Die Schlachtleistung selbst wird durch Lohnschlachtunternehmen ausgeführt. Der Vieheinkauf, die Abrechnung mit Landwirten, die Weiterverarbeitung sowie der Absatz der Produkte im In- und Ausland obliegen dabei durchgängig unseren Kunden (Schlachtbetriebe). Der Schlacht- und Viehhof Bamberg stellt somit ausschließlich den Vorgang der Schlachtung für die Kunden sicher. Dieser erfolgt nach den gesetzlichen Vorgaben und unter ständiger Überwachung der zuständigen Veterinärbehörden. Welche Tiere geschlachtet werden und nach welcher Alternative diese evtl. kastriert wurden bzw. künftig werden, entscheiden die Kunden selbst. Wir haben daher keinen Einfluss auf die Frage nach der Ferkelkastration.“

Metzgerschlachthof Fürth, Konrad Ammon jun., Geschäftsführer Schlachthof

„Wir sind ein reines Dienstleistungsunternehmen mit Schlachtungen von Schweinen, Rindern, Kälbern und Schafen. Unsere Kunden sind ausschließlich Handwerksmetzger und beziehen Ihre Schlachttiere aus der Region im Umkreis von max. 50 km. Diese sind für die jeweilige Herkunft der Tiere verantwortlich.“

Metzgerei Ammon, Konrad Ammon, jun. Inhaber der Metzgerei, Vorstand Fleischerverband Bayern

„Um dem Tierschutz und den Verbrauchererwartungen gerecht zu werden, begrüßen wir den Ausstieg aus der betäubungslosen Kastration Die Ebermast sowie Immunokastration lehnen wir ab. Die chirurgische Kastration mit Isofluran ist in Ordnung und auch das Verfahren mit Tri-Solfen sollte man nicht außer Acht lassen. Es ist meiner Meinung nach eine geeignete Möglichkeit, mit der auch kleinere Ferkelerzeugen arbeiten können."

„Die Schlachtung von Jungebern birgt Risiken, vor allem die Geruchsabweichung, die nicht vollständig beherrschbar sind. Was mache ich mit einem Jungeber der „mittelauffällig“ ist? Ich möchte diesen in meinem Betrieb nicht verarbeiten und mein Landwirt steht da und kann das Tier, da bereits geschlachtet, nicht zurücknehmen. Wer trägt den Schaden, wohin mit dem Schlachtkörper? Die Impfung mit Improvac lehnt der Verbraucher ab, was er uns in Gesprächen an der Theke klar zu verstehen gibt. Beim Verkauf von Frischfleisch aus der Jungeberschlachtung ist selbst beim Improvac-Verfahren auch nicht zu 100 % ausgeschlossen, dass ein „Stinker“ durchrutscht. Ich möchte auf keinen Fall das Risiko eingehen, unseren Kunden solch ein Stück Fleisch zu verkaufen. Ähnlich ist es bei gewissen Produkten, wo durchaus ebenfalls dieser penetrante Geschmack und Geruch auftreten kann. Wir brauchen kastrierte Tiere und haben bereits mit unserem Schweinemäster die Vereinbarung getroffen, solche Tiere für uns zu mästen. Wir werden uns bei den Kosten für eine tierschutzgerechte Kastration beteiligen.“