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Tier

Tummel

Tummel

Statement von Reinhard Daldrup, Abteilung Einkauf, QM-Systeme, Landwirtschaft sowie Ralf Tummel, Inhaber und Geschäftsführer

Wir lehnen die Ebermast ab, aufgrund der Fleischqualität die nicht gegeben ist, der möglichen Geruchsabweichung und aus Tierschutzaspekten wie zum Beispiel Rangkämpfen während der Mast. Bevorzugt wird von uns die Anwendung von Improvac. Unsere Erkenntnisse während der Anwendung in der Mast und bei der Schlachtung sind durchweg positiv: Die Detektion von Fleischfarbe, Fleisch-Fett-Verhältnis, Aroma und Unversehrtheit der Haut sind hervorragend. Im Tummel-Projekt wurden bis Ende 2019 bisher 3500 Immunokastraten geschlachtet. Selbstverständlich nehmen wir auch weiterhin kastrierte Tiere an, bevorzugt mit der Isofluran-Methode. Erste Wahl ist für uns in Zukunft die Improvac-Methode, zweite Wahl die Inhalationsnarkose.

Bei den Mastebern haben wir eine Mengenbegrenzung. Im Moment schlachten wir ca. 600 Jungeber pro Woche bei einer Schlachtmenge von 30.000 Schweinen pro Woche. Diese werden nach der Eberabrechnungsmaske mit branchenüblichen Abschlägen abgerechnet. Ab 2020 möchten wir wenn möglich keine Eber mehr schlachten. Die Immunokastraten werden nach der normalen Schweineabrechnungsmaske ohne Abzüge bezahlt. Unserer Einschätzung nach hat das Verfahren Ebermast enorme negative Auswirkungen beim Export von Teilstücken. Die Fleischqualität, für die Deutschland bekannt ist und die geschätzt wird, ist nicht mehr gegeben. Wir sehen enorme Probleme im Absatz von Frischfleisch und bei verarbeiteten Produkten bei der Ebermast: Eberfleisch wird die gesamte deutsche Schweinefleischwirtschaft, sowohl die Frischfleisch als auch die Verarbeitungsindustrie, enorm schädigen. Der Verbraucher wendet sich jetzt schon ab und wird es noch viel mehr tun wenn Mengen an Masteberfleisch den Markt fluten.

Beim Einsatz von Improvac dürfte es keine negativen Auswirkungen geben, da Improvac weltweit schon 20 Jahre eingesetzt wird und in Europa schon fast 10 Jahre. Es gibt sogar einen positiven Effekt: Das Tier bleibt unversehrt. Beim Absatz von Frischfleisch von Immunokastraten gibt es, anders als viele in der Branche sagen, kein echtes Problem, nur eine Aufgabe, nämlich das Verbrauchervertrauen nicht zu beschädigen und ggf. über das Verfahren aufzuklären. Es ist ein sicheres Verfahren im Sinne des Verbraucherschutzes. Auch bei verarbeiteten Produkten mit dem Fleisch von Immunokastraten gibt es kein Problem, da die uneingeschränkte Verarbeitungsfähigkeit gegeben und erforscht ist.

Bei der Inhalationsnarkose entstehen ebenfalls keine Auswirkungen auf die Vermarktung des Fleisches, da ja weiterhin Kastraten produziert werden.