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Tier

Westfleisch

Westfleisch

Statement der Pressestelle

Die im Dezember 2018 beschlossene Fristverlängerung wird weiter intensiv genutzt, um praxisorientierte Lösungen zu etablieren, die von Verbrauchern, Handel und Gesellschaft getragen werden. Hierzu fehlen im Bereich der betäubten Kastration durch den Landwirt immer noch einige rechtliche Rahmenbedingungen sowie zugelassene Geräte, jedoch sind die möglichen Verfahren grundsätzlich vorhanden. Weiterhin erscheint es wichtig, mehrere Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration zu haben, da die beste Lösung für jeden landwirtschaftlichen Betrieb anders aussehen kann. Als Schlachtunternehmen und Vermarkter akzeptieren wir grundsätzlich alle Alternativen zur Vermeidung der betäubungslosen Kastration. Bei Westfleisch ermöglichen wir es bereits heute, dass bei mehr als 25 % der Schweine aus vertraglich gebundenen Erzeugerbetrieben vollständig auf die Kastration verzichtet werden kann.

Die Tiere werden schon seit Jahren, und branchenüblich, nach verschiedenen Abrechnungssystemen kalkuliert und bewertet. Sauschweine (weibliche Tiere) und Börge (kastrierte männliche Tiere) sind im Markt etabliert und werden innerhalb eines bevorzugten Bewertungsschemas abgerechnet. Eber werden wie bereits in den vergangenen Jahren aufgrund der eingeschränkten Vermarktungssituation und Schlachtkörperqualität differenziert betrachtet und branchenweit mit einem eigenen Abrechnungssystem kalkuliert. Für Geruchsabweichungen gibt es derzeit keine Einzelabzüge. Die Differenzierung nach Teilstücken erfolgt nach Kunden und Verwendungszwecken, da zum Beispiel Eberfleisch für die Rohschinkenherstellung nicht eingesetzt werden kann. Diese eingeschränkten Vermarktungsmöglichkeiten der Eberteile bei Weiterverarbeitungsbetrieben führen für die Fleischvermarkter zu fehlenden Erlösen in der Gesamtkalkulation.

Hinsichtlich der immunisierten Tiere gibt es derzeit einen noch engen Nischenmarkt. Hier erfolgt die Abnahme und Bewertung in enger Absprache mit den landwirtschaftlichen Verbänden und Interessengemeinschaften im Rahmen von Projekten. Das Akzeptieren aller Verfahren und die Abnahme der Tiere seitens unserer Genossenschaft liegt in der Breite unseres Kundenportfolios begründet. Es ist jedoch kein Indiz für die uneingeschränkte Vermarktbarkeit der Produkte, die derzeit nicht flächendeckend gegeben ist. Es gilt, die Anforderungen und Präferenzen unserer Kunden – Lebensmittelhandel und vor allem auch Fleischwarenhersteller – zu berücksichtigen, die Fleischrohstoffe aus unterschiedlichen Verfahren in vielen Fällen auch weiterhin differenzieren bzw. teilweise ablehnen. Der Absatzmarkt speziell für Eberfleisch ist und bleibt begrenzt, vor allem wegen der weniger geeigneten Produkteigenschaften für Weiterverarbeiter.