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Betrieb

Tipps zur Ladungssicherung

Landwirtschaftliche Transporte - Tipps zur Ladungssicherung

Vorschriften zur Ladungssicherung gelten f├╝r alle Fahrzeuge, also auch f├╝r Transporte mit Schlepper und Anh├Ąnger. Die entsprechenden Paragraphen der Stra├čenverkehrsordnung (StVO) gelten dabei f├╝r Fahrten im ├Âffentlichen Stra├čenverkehr.

Hierzu z├Ąhlen auch alle befestigten und unbefestigten Wald- und Wirtschaftswege, auf denen sich andere Personen (als "Verkehrsteilnehmer") aufhalten k├Ânnen, weil sie nicht durch Absperrungen (Z├Ąune, Tore, Gatter) an der Benutzung gehindert werden. Eine reine Beschilderung ÔÇô zum Beispiel als "Privat" ÔÇô oder ein Verkehrszeichen "Durchfahrt verboten" reicht nicht aus, um einen Weg "nicht├Âffentlich" zu machen. Die Ladung muss auch dann gesichert werden, wenn landwirtschaftliche Erzeugnisse nur wenige Kilometer vom Acker bis zur Hofstelle transportiert werden.

Welche Arten der Ladungssicherung gibt es?

Formschl├╝ssiges Beladen

Wenn direkt bis an die Fahrzeugaufbauten geladen wird, spricht man von "Formschluss". Durch formschl├╝ssiges Beladen wird erreicht, dass Fahrzeug und Ladung zu einer Einheit werden und die auftretenden Kr├Ąfte auf das Gesamtsystem wirken. Besteht die Ladung aus mehreren Einzelteilen (zum Beispiel Obstkisten), so m├╝ssen alle Teile ohne Zwischenr├Ąume hinter- und nebeneinander geladen werden, um Formschluss zu erreichen. In den meisten F├Ąllen ist zumindest nach vorne Formschluss m├Âglich, indem die Ladung direkt an die Stirnwand oder an Rungen des Anh├Ąngers geladen wird. Diese m├╝ssen allerdings stabil genug sein, um die Ladung auch halten zu k├Ânnen. Deshalb ist darauf zu achten, dass entsprechende Angaben des Fahrzeugherstellers vorliegen.

Direktzurren

Eine andere M├Âglichkeit der Ladungssicherung ist das so genannte "Direktzurren". Daf├╝r m├╝ssen sowohl die Ladung als auch das Fahrzeug ├╝ber geeignete Zurrpunkte verf├╝gen. Neben speziell angebrachten Zurrpunkten, die mit zwei Tonnen belastbar sein sollten, k├Ânnen auch ausreichend stabile Profilteile des Fahrzeugrahmens verwendet werden.

Von diesen Punkten aus werden Ladung und Fahrzeug durch Zurrgurte oder Zurrketten fest miteinander verbunden. Die verwendeten Gurte oder Ketten m├╝ssen daf├╝r die erforderliche, auf einem Etikett ausgewiesene Festigkeit (Lashing Capacity ÔÇô LC) besitzen. Diese Form der Ladungssicherung wird zum Beispiel beim Transport von Maschinen auf Tiefladern verwendet.

Kraftschluss durch Niederzurren

Eine kraftschl├╝ssige Ladungssicherung liegt vor, wenn die Ladung so fest auf die Ladefl├Ąche gepresst wird, dass sie deshalb nicht verrutschen kann. Die daf├╝r erforderliche Kraft wird von den Spannelementen (Ratschen) der Zurrmittel aufgebracht. Die Reibung zwischen der Ladung und der Ladefl├Ąche wird durch das Niederzurren so erh├Âht, dass sie ausreicht, um die Ladung gegen Rutschen zu sichern. F├╝r das Niederzurren sind geeignete und zugelassene Zurrmittel erforderlich. Das Fahrzeug muss au├čerdem ├╝ber geeignete M├Âglichkeiten zur sicheren Befestigung der Zurrgurte verf├╝gen (spezielle Zurrpunkte oder stabile Rahmenteile).

Die Reibung zwischen der Ladung und der Ladefl├Ąche h├Ąngt sehr von der Beschaffenheit der Oberfl├Ąchen ab. Durch sie wird der sog. Reibbeiwert ┬Á bestimmt. Dieser sagt aus, wie schnell eine Ladung auf dem Untergrund verrutscht.

Bei Stroh- und Heuballen kommt erschwerend hinzu, dass die Reibung auch von Feuchtigkeit und Pressdichte der Ballen abh├Ąngt, die von Fall zu Fall sehr unterschiedlich sein k├Ânnen.

Durch Verwendung von Antirutschmatten k├Ânnen auf einfache Weise g├╝nstige Reibbeiwerte erreicht werden. Dadurch l├Ąsst sich die Anzahl der f├╝r das Niederzurren erforderlichen Zurrgurte erheblich verringern. Antirutschmatten verringern die Reibung allerdings nur dann, wenn die Matten und der Fahrzeugboden, auf dem sie liegen, sauber sind.

Bei der Ladungssicherung mit Zurrgurten ist es wichtig,

  • nur unbesch├Ądigte Zurrgurte zu verwenden,
  • Zurrgurte nicht zu verdrehen und nicht zu knoten,
  • nicht ├╝ber scharfe Kanten zu spannen und
  • die auf dem Etikett angegebenen Werte zu beachten.

Zurrgurte d├╝rfen nicht (mehr) verwendet werden bei

  • fehlender oder unlesbarer Kennzeichnung,
  • Besch├Ądigung tragender N├Ąhte oder Garnbr├╝chen und -schnitten von mehr als 10 Prozent des Querschnitts,
  • Verformung durch W├Ąrme (Strahlung, Reibung) oder Sch├Ąden durch Chemikalien,
  • Besch├Ądigung der Spann- oder Verbindungselemente sowie
  • Korrosion an Ratschen oder Verbindungselementen.

Zurrgurte oder -ketten d├╝rfen beim Direktzurren nur an daf├╝r geeigneten Zurrpunkten (z.B. Zurr├Âsen, Zurrringe) befestigt werden. In der DIN EN 12 640 werden f├╝r Nutzfahrzeuge mit mehr als 3,5 t zul├Ąssiger Gesamtmasse (zG) folgende Anforderungen an die Zugkr├Ąfte von Zurrpunkten festgelegt:

  • zG ├╝ber 3,5 t bis 7,5 t: 800 daN
  • zG ├╝ber 7,5 t bis 12 t: 1.000 daN
  • zG ├╝ber 12 t: 2.000 daN

BZL-YouTube-Kanal: Zur Erntezeit sicher unterwegs mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen


Beispiele f├╝r die Ladungssicherung landwirtschaftlicher G├╝ter

Feink├Ârnige Sch├╝ttg├╝ter (zum Beispiel Getreide, Rapssamen, K├Ârnermais, R├╝benschnitzel, Futtermittel-Pellets)

Die Problematik feink├Ârniger Sch├╝ttg├╝ter besteht darin, dass sie sich wie eine dickfl├╝ssige Fl├╝ssigkeit verhalten und ggf. ├╝ber die Bordw├Ąnde "schwappen" k├Ânnen. Daher ist es wichtig, Anh├Ąnger mit entsprechend hohen Bordw├Ąnden zu verwenden und sie nur bis deutlich unterhalb der Bordwand-Oberkante zu beladen. Damit Ladegut nicht durch Ritzen hindurch "sickern" und auf die Fahrbahn geraten kann, m├╝ssen die Bordw├Ąnde vollkommen dicht sein. Als zus├Ątzliche Absicherung ist die Abdeckung mit einer Plane sinnvoll. Diese muss so festgezurrt werden, dass sie ├╝berall straff ├╝ber die Bordwandoberkanten verl├Ąuft, sodass auch dort kein Ladegut hindurch rieseln kann.

Vor Antritt der Fahrt sollte kontrolliert werden, dass keine Getreidek├Ârner neben den Laderaum z. B. auf Radabdeckungen gefallen sind. Anh├Ąnger sind gegebenenfalls von au├čen mit einem Besen zu s├Ąubern. W├Ąhrend der Fahrt ist es wichtig, vor Kurven oder bei unebener Fahrbahn die Geschwindigkeit so weit herabzusetzen, dass die Ladung nicht seitlich ├╝ber die Bordw├Ąnde rutschen kann.

Grobe Sch├╝ttg├╝ter, zum Beispiel R├╝ben, Kartoffeln, Kohlk├Âpfe, Holzhackschnitzel

Die Sicherung erfolgt im Prinzip wie bei den feink├Ârnigen Sch├╝ttg├╝tern, aber das Schwallproblem ist etwas geringer. Deshalb ist nicht ganz so viel Abstand von der Bordwandoberkante erforderlich. Ein eventueller Sch├╝ttkegel darf die Bordw├Ąnde ├╝berragen, wenn ausreichend Platz ist, um herabrollende Kartoffeln oder R├╝ben sicher innerhalb der Bordw├Ąnde zu halten.

Bei allen Sch├╝ttg├╝tern ist die Verwendung spezieller Ladewagen mit Abdeckplanen oder anderen Abdeckungen empfehlenswert.

Grassilage, Maissilage, H├Ąckselgut

Werden bei der Beladung mit solchen G├╝tern in der Fahrzeugmitte Kegel gebildet, muss ausreichend Platz zwischen dem Sch├╝ttkegel und den umgebenden Bordw├Ąnden bleiben, um ggf. herab rutschendes Material noch innerhalb der Bordw├Ąnde aufzufangen. Wenn die Gefahr besteht, dass Teile der Ladung durch den Wind vom Anh├Ąnger hinunter geweht werden, muss sie durch eine Plane abgedeckt werden. Bei nicht abgedeckter Ladung ist es wichtig, durch angepasste Geschwindigkeit den Fahrtwind zu verringern.

Strohballen, Heuballen

Heu- und Strohballen werden am sichersten auf Anh├Ąngern mit ladungshohen Bordw├Ąnden oder Ladegattern transportiert.

Strohballen k├Ânnen auch auf Plattform-Anh├Ąngern gestapelt werden. Der Anh├Ąnger sollte dann zumindest vorne und m├Âglichst auch hinten jeweils eine ausreichend stabile, hohe Bordwand oder entsprechende Rungen haben.

Die Ballen werden nach vorne (und hinten) formschl├╝ssig gegen die Bordwand / die Rungen gestapelt. Dabei muss die Stapelung exakt und l├╝ckenlos erfolgen. Sollen die Ballen h├Âher gestapelt werden als Bordwand oder Rungen, ist eine Sicherung durch Zurrgurte erforderlich. Jeder Ballenstapel muss mindestens mit einem Zurrgurt gesichert werden.

Die Reibung zwischen den einzelnen Ballen ÔÇô Stroh auf Stroh ÔÇô ist hoch und durch die ├ťberspannung mit Zurrgurten wird quasi eine B├╝ndelung erreicht, so dass die Ladungssicherung jeweils den gesamten Stapel betrifft.

Die Sicherung zur Seite ÔÇô und nach hinten, falls dort keine Bordwand oder Rungen vorhanden sind ÔÇô erfolgt durch Zurrgurte. Jeder Ballenstapel muss einzeln gesichert werden. Sind bei gro├čen/schweren Ballen mehrere Gurte erforderlich, sollten sich die Ratschen der Zurrgurte abwechselnd auf der linken und der rechten Fahrzeugseite befinden, damit auf beiden Seiten ausreichende Vorspannkraft erzielt wird.

Da die Zurrgurte sich in die Ballen eindr├╝cken, k├Ânnen, ist es bei l├Ąngeren Transportstrecken erforderlich, zur Kontrolle zwischendurch anzuhalten und die Gurte ggf. nachzuspannen.

Seiten-Titel: Regeln f├╝r zulassungsfreie Anh├Ąnger

Seiten-Beschreibung:

Anh├Ąnger in land- und forstwirtschaftlichen Betrieben sind unter gewissen Bedingungen von der Zulassungspflicht befreit. Welche dies sind, erfahren Sie hier.

Seiten-Titel: Neue Mautpflicht auf Bundesstra├čen

Seiten-Beschreibung:

Seit dem 1. Juli 2018 gilt die Mautpflicht f├╝r Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen zul├Ąssiges Gesamtgewicht nicht mehr nur f├╝r Bundesautobahnen, sondern auch f├╝r deutsche Bundesstra├čen.