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Pflanze

Heuernte - was ist zu beachten?

Heuernte – was ist zu beachten?

In der GrĂŒnlandbewirtschaftung spielt die Heugewinnung eine wichtige Rolle. Egal, ob extensiv oder intensiv genutzt – als getrocknete Biomasse kann Heu in der Landwirtschaft vielfĂ€ltig genutzt werden. Das meiste Heu wird in der Futterwirtschaft genutzt. Aber auch in der energetischen Nutzung wird Heu als Brennstoff verwendet.

Gutes Wetter ist eine wichtige Voraussetzung, um bestes, energie-, mineralstoff- und strukturlieferndes Heu zu ernten. Heu zu machen ist ein Wettlauf mit dem Wetter – je schneller das Gras getrocknet ist, desto geringer das Risiko, dass es durch Regen wieder nass wird.

Einige Faktoren fĂŒr eine erfolgreiche Heuernte kann der Landwirt beeinflussen, wie etwa

  • die Arbeitshöhe von MĂ€hbalken, Wender und Pick-up,
  • das Wenden sowie
  • die Geschwindigkeit und die Kreiseldrehzahl.

Entscheidend ist der Zeitpunkt

Bei der Heuernte kommt es vor allem auf den richtigen Zeitpunkt an, denn davon hĂ€ngt die QualitĂ€t ab. Der richtige Zeitpunkt fĂŒr die Heuernte ist gekommen, wenn der Großteil der GrĂ€ser blĂŒht, denn dann enthalten sie die grĂ¶ĂŸte Menge an verdaulichen NĂ€hrstoffen und bringen auch einen ordentlichen Ertrag. Zu diesem Zeitpunkt stimmt sowohl die QualitĂ€t als auch die QuantitĂ€t.

Wird das Heu zu frĂŒh geerntet, erleidet man Verluste, da das Gras noch nicht vollstĂ€ndig entwickelt ist. Eine zu spĂ€te Ernte fĂŒhrt dagegen zu einem hohen Ertrag mit geringer QualitĂ€t. Wenn das Gras zu reif ist, sind die NĂ€hrstoffe bereits in die Samen und die Knospenanlagen gewandert und das Heu enthĂ€lt kaum mehr NĂ€hrstoffe. Mit zunehmender Entwicklung nimmt der Rohfaseranteil zu. Das Heu wird strohig, die BlĂ€tter verholzen und die NĂ€hrstoffe sind fĂŒr die Tiere schwer verdaulich.

Heu im Einsatz

In der Rinderhaltung hat Heu oft einen festen Platz in der Futterration. Die hohe QualitĂ€t des Heus mit der grĂ¶ĂŸtmöglichen Menge an verdaulichen NĂ€hrstoffen spielt hier eine große Rolle. Dagegen dient Heu in der Pferdehaltung oft als reiner Rohfaserlieferant. Eine grĂ¶ĂŸtmögliche Ertragsmasse wird hier angestrebt. Im energetischen Bereich findet Heu ebenfalls wegen des Masseertrags Verwendung. Bei der Verfeuerung soll der Brennstoff Heu besondere Anforderungen erfĂŒllen. Ein Trockenmasse-Gehalt von ca. 85 Prozent verbessert die LagerfĂ€higkeit und ist fĂŒr die Verfeuerung wichtig. Niedrige N-, CL- und K-Gehalte verringern die Gefahr von Emissionen bzw. Verschlackung.

GĂŒnstige Brennstoffe aus GrĂŒnland sind dementsprechend möglichst spĂ€t gemĂ€hte, rohfaserreiche AufwĂŒchse mit schlechter FutterqualitĂ€t, die in Feldtrocknung geerntet werden. Im Gegensatz zur Futternutzung wird die QualitĂ€t durch Verregnung nicht herabgesetzt, sondern durch die Auswaschung von unerwĂŒnschten Stoffen (K, CL, N) verbessert.

Ernteablauf

Heu soll möglichst schonend, verlustarm und verschmutzungsarm geerntet werden. Im Idealfall gelingt es, den Wasseranteil des gemÀhten Grases innerhalb kurzer Zeit auf unter 15 Prozent zu senken - ohne QualitÀtsverlust beim Heu. Die richtige Einstellung aller Arbeitsmaschinen trÀgt wesentlich dazu bei.

Das MĂ€hen

Den ersten Maschineneinsatz in der Heuernte ĂŒbernimmt das MĂ€hwerk. Der MĂ€hbalken muss so eingestellt sein, dass dieser sauber ĂŒber den Boden gleitet. Die richtige Schnitthöhe ist 7 Zentimeter. So wird vermieden, dass Sand und Erde aufgewĂŒhlt werden, und erreicht, dass eine stabile Grasnarbe als lockere Unterlage fĂŒr das Schnittgut eine gute DurchlĂŒftung und somit eine zĂŒgige Trocknung ermöglicht. Die Mahd wird entweder breitflĂ€chig oder schwadförmig abgelegt.

Das Zetten (Wenden)

Damit das Gras gleichmĂ€ĂŸig und schnell trocknet, wird es mit einem gezogenen oder getragenen Kreiselzettwender mehrfach auf dem Boden gewendet. Die Einstellung der richtigen Arbeitshöhe ist wichtig, damit es nicht zu Bröckelverlusten und unnötiger Futterverschmutzung kommt. Die Arbeitshöhe wird in der Regel mit einer zentralen Spindel so vorgewĂ€hlt, dass die Zinken bei einem festen Untergrund rund zwei Zentimeter vom Boden entfernt drehen. Die Schwaderzinken dĂŒrfen den Grasboden nicht berĂŒhren. Sie sollen darĂŒber kreisen und nicht viel Futter liegen lassen. Ein Problem stellt die Fahrspur des Traktors dar. Er drĂŒckt die Stoppeln und damit die AuflageflĂ€che des Futters nieder. Das Futter lĂ€sst sich dann kaum sauber und verlustarm ernten.

Die Kreiselneigung bestimmt das Verteilbild der Mahd. Mit einem flachen Winkel erreicht man, dass die Zinken eine große FlĂ€che ĂŒberstreichen. Besonders bei großen Grasmengen ist darauf zu achten, dass das Schnittgut locker und gleichmĂ€ĂŸig verteilt ist. Kleine Kreiseldurchmesser haben sich hinsichtlich der Verteilgenauigkeit bewĂ€hrt. Der Zinkenverschleiß muss regelmĂ€ĂŸig kontrolliert werden. Er kann teilweise ĂŒber den Zinkenanstellwinkel nachkorrigiert werden.

Oft wird beim Zetten und Wenden zu schnell gefahren. Dadurch bauen die Zinken große Brocken auf und legen sie als Haufen ab, die sich spĂ€ter nicht mehr auflösen lassen. 6 bis 7 km/h Fahrgeschwindigkeit sind bei hohen Ertragsmengen optimal.

Ein weiterer wichtiger Einstellparameter ist die Zapfwelle. Sie soll mit der Normdrehzahl laufen. 

Daneben entscheiden Anzahl und Zeitpunkt der WendevorgÀnge. Je seltener gewendet wird, desto weniger Schmutz gelangt ins Heu. Bei aufbereitetem und breit gestreutem Futter reicht oft ein Arbeitsgang. Drei bis vier Stunden nach dem MÀhen, wenn das trockene Gras leicht ergraut ist, wird einmal breitflÀchig gewendet.

Bei hohen ErtrÀgen und Schwadablage wird der Wender sofort nach dem MÀhen eingesetzt. Legt das MÀhwerk das Material schwadförmig ab, wird der Wender auf die MÀhwerksbreite abgestimmt. Wenn die Schwade mittig von einem Kreisel oder zwischen zwei Kreiseln aufgenommen werden, wird die beste Verteilung erzielt.

Das Schwaden

Damit das Heu von der Wiese transportiert werden kann, muss es auf ein Schwad zusammengerecht werden. Dies erledigen Kreiselschwader mit einem oder mehreren horizontalen Kreiseln. Wichtig ist ein lockeres und gleichmĂ€ĂŸiges Schwad, damit das Material gleichmĂ€ĂŸig trocknet. Die QualitĂ€t des Schwads hĂ€ngt von der Fahrgeschwindigkeit und der Kreiseldrehzahl ab. Als Faustregel gilt: Hohe Geschwindigkeit bei langsamer Kreiseldrehzahl ist deutlich besser als hohe Kreiseldrehzahl und niedrige Geschwindigkeit.

Die Zapfwelle sollte mit 350-400 U/min. drehen. Bei dieser Drehzahl werden die Halme ĂŒberwiegend quer zur Schwadrichtung abgelegt. Der Ladewagen und die Pick-up der Presse können das Heu dann am besten aufnehmen.

Der richtige Zeitpunkt des Schwadens hĂ€ngt von der vorangegangenen Bearbeitung ab. Aufbereitetes und breit gestreutes Heu sollte ca. drei Stunden vor dem Pressen oder Laden zusammen geschwadet werden. In dieser Zeit kann das Heu gut durchlĂŒften und nachtrocknen.