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Pflanze

Leguminosen im Gr├╝nland

Leguminosen im Gr├╝nland

Gr├╝nland erf├╝llt unterschiedliche Funktionen. F├╝r die Landwirtschaft steht die Produktion von hochwertigem Futter f├╝r die Erzeugung von Milch und Fleisch an erster Stelle. Daneben pr├Ągt Gr├╝nland das Bild der Kulturlandschaft und tr├Ągt zur Identifikation mit der Landschaft und zum Erholungswert bei. F├╝r Pflanzen und Tiere ist das Gr├╝nland ein wichtiger Lebensraum.

Warum Leguminosen?

Die Zusammensetzung des Pflanzenbestandes hat einen wesentlichen Einfluss auf die Menge und Qualit├Ąt des erzeugten Gr├╝nfutters. Gr├Ąser bilden den Hauptertragsanteil im Gr├╝nland und sind wichtig f├╝r die Futterkonservierung. Kr├Ąuter erh├Âhen die Nutzungselastizit├Ąt und den Mineralstoffgehalt des Aufwuchses. Sie verbessern Schmackhaftigkeit und Verdaulichkeit des Gr├╝nfutters. Leguminosen sind Eiwei├čtr├Ąger. Durch die Bindung von Luftstickstoff verbessern sie au├čerdem die Stickstoffversorgung des Pflanzenbestandes. In der Gr├╝nlandwirtschaft werden die kleeartigen Leguminosen angebaut.

Bei einer standortgerechten Gr├╝nlandnutzung wird die D├╝ngung auf die Nutzungsintensit├Ąt abgestimmt. Die Stickstoffversorgung legt das Verh├Ąltnis von Gr├Ąser- zu Leguminosen fest. In grasreichen Best├Ąnden liegt oft eine Stickstoff├╝berversorgung vor. Der Pflanzenanteil an Leguminosen ist auf diesen Gr├╝nlandfl├Ąchen gering. Eine geringere Stickstoffversorgung dagegen beg├╝nstigt den Leguminosenbestand einer Gr├╝nlandfl├Ąche.

In einer ├Âkonomisch und ├Âkologisch guten Gr├╝nlandnutzung setzt sich der Pflanzenbestand zusammen aus

  • 60 bis 70 Prozent wertvollen Gr├Ąsern,
  • 15 bis 20 Prozent wertvollen Kr├Ąuter sowie
  • 15 bis 20 Prozent Leguminosen/ kleeartigen Futterpflanzen.

Die genaue Zusammensetzung des Pflanzenbestandes und der Arten der Wiesen und Weisen h├Ąngt von mehreren Faktoren ab: Standort, D├╝ngung, Nutzungsintensit├Ąt und Nutzungsart. Bei einer Neusaat entscheiden die geplante Nutzungsart - Beweidung oder M├Ąhgut - ├╝ber die Zusammensetzung des Pflanzengemisches.

Leguminosen sind wertvoll

Gr├╝nland dient in erster Linie der Bereitstellung von Futter f├╝r Wiederk├Ąuer und Pferde. Die Anspr├╝che der Tiere in der Milch- und Fleischproduktion an ihr Futter sind enorm. Leguminosen sichern mit ihrem hohen Energiegehalt eine optimale Versorgung der Tiere mit viel Eiwei├č und essenziellen N├Ąhrstoffen.
Als Gr├╝nd├╝nger reichern Leguminosen den Boden mit Stickstoff an, den sie mit Hilfe von Kn├Âllchenbakterien an ihren Wurzeln aus der Luft gewinnen.

In der extensiven Gr├╝nlandwirtschaft leisten Leguminosen einen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Sie durchwurzeln den Boden intensiv und tragen zu einem gut strukturierten Boden bei. Dieser ist gekennzeichnet durch eine besonders gute Wasseraufnahmekapazit├Ąt und gute Filtereigenschaften und dient dem Wasserr├╝ckhalt, dem Hochwasserschutz, dem Abbau von Schadstoffen und als Filter und Puffer gegen N├Ąhrstoffaustr├Ąge in Grund- und Oberfl├Ąchengew├Ąsser.

Kleeartige Leguminosen in der Praxis

Kleeartige Futterpflanzen wie Wei├čklee, Wiesenrotklee, Wiesenblatterbsen, Wicken, Esparsette und andere z├Ąhlen zu den wichtigsten Leguminosen des Wirtschaftsgr├╝nlandes. Ihr Ertragsanteil am Gr├╝nfutter sollte je nach Nutzungsintensit├Ąt zwischen 10 Prozent und 30 Prozent liegen.

Wei├čklee ist die wichtigste Kleeart des Wirtschaftsgr├╝nlandes. Er wird in der Weide- und Vielschnittnutzung angebaut, als Untersaat wird er f├╝r die Gr├╝nd├╝ngung und die Brachebegr├╝nung genutzt. Wei├čklee zeichnet sich durch Ausdauer, Winterh├Ąrte, gute Trittvertr├Ąglichkeit, rasches Nachwuchsverm├Âgen und Anpassungsf├Ąhigkeit aus. Er kann Luftstickstoff sammeln, binden und f├╝r das Pflanzenwachstum bereitstellen. Je Prozent Ertragsanteil Wei├čklee k├Ânnen zwei bis vier Kilogramm Stickstoff je Hektar angerechnet werden. Wei├čklee bevorzugt feuchte Standorte mit optimaler Phosphor- und Kaliumversorgung. Die Anspr├╝che an den pH-Wert des Bodens sind geringer als bei anderen Leguminosen. Wei├čklee ist eine Lichtpflanze, das hei├čt nur bei g├╝nstigen Lichtverh├Ąltnissen ist er konkurrenzstark. Beschattung dr├Ąngt ihn zur├╝ck.

Wiesenrotklee wird vorwiegend auf Wiesen und nicht zu kalkarmen B├Âden mit optimaler Phosphor- und Kaliumversorgung angebaut. Er ist langlebig und verbreitet sich durch Selbstaussaat. Ohne Stickstoffd├╝ngung ist Wiesenrotklee ertragreich, hat eine hohe Qualit├Ąt und einen guten Futterwert. Rotklee ist anpassungsf├Ąhig. Er vertr├Ągt auch Trockenperioden, ist aber empfindlich gegen Stau-N├Ąsse.

Die Wiesenplatterbse w├Ąchst auf m├Ą├čig trockenen bis feuchten Wiesen. Neben einer optimalen Phosphor-Kalium-Versorgung braucht sie ausreichend Kalk. Sie hat ausdauernd tiefe Pfahlwurzeln und ein starkes Bestockungsverm├Âgen. Bodenausl├Ąufer verursachen oft L├╝cken im Pflanzenbestand. Wiesenplatterbsen sind empfindlich gegen h├Ąufigen Schnitt und gegen Dauerbeweidung. Das Kraut der Wiesenplatterbse ist eiwei├čreich, es enth├Ąlt aber auch Bitterstoffe und wird daher vom Vieh nicht gerne gefressen. Bei intensiver Nutzung verschwindet sie aus dem Pflanzenbestand.

Die Vogelwicke ist eine ausdauernde und krautige Leguminose mit unterirdischen Ausl├Ąufern. Sie w├Ąchst auf frischen bis m├Ą├čig-trockenen Standorten mit guter Phosphor- und Kaliumversorgung. Sie ist empfindlich gegen Dauerbeweidung und h├Ąufigen Schnitt und hat ihren Platz in der extensiven Gr├╝nlandwirtschaft und an Feldr├Ąndern. Obwohl sie n├Ąhrstoffreich ist, wird sie vom Vieh meistens nur als Heu gerne gefressen.

Esparsette ist eine Futterpflanze, die auf sehr trockenen und flachgr├╝ndigen, kalkhaltigen B├Âden w├Ąchst. Sie wird bevorzugt in h├Âheren, rauhen Lagen angebaut und gilt als besonders robuste, winterfeste Kleesorte. Die Esparsette liefert ein Futter mit guten Energie- und Eiwei├čwerten und wird sowohl in der Rinderhaltung als auch bei Pferden als Futter verwendet. Sie ist schnittempfindlich und wird daher in der intensiven Gr├╝nlandbewirtschaftung nicht eingesetzt.